Nachruf fĂŒr FranzđŸ˜Ș

Franz

Ein „Gnadenbrotplatz“ wurde gesucht. FĂŒr einen sehr alten Hund aus der Slowakei, der sein Leben unter erbĂ€rmlichen Bedingungen an der Kette hatte fristen mĂŒssen. Wir wollten gar keinen weiteren Hund. Auf die Homepage von casa animale hatte ich geschaut, weil Freunde auf der Suche nach einem Hund waren.Auf der Startseite war ein Bild von ihm: Rexik . Er hat mich direkt angeschaut. Mir ins Herz geschaut.

Jeder hat gesagt, dass wir verrĂŒckt sind. So etwas tut man sich doch nicht an. Das kann doch nur schief gehen. Arbeit, Schmutz, Kosten… wer weiß wie er ist nach den langen Jahren an der Kette. Vielleicht bissig? Bösartig? Wer will so einen Hund?Wir wollten ihn. Von ganzem Herzen. Und es stimmt: wir hatten keine Vorstellung von dem Geschöpf, das im Juli in Gefrees mit einem Transporter ankam. Bekommen haben wir einen Seelenhund. Ein unglaubliches Geschöpf, einen alten Hund in so schlechter Verfassung, dass man es sich kaum vorstellen kann. Er, der sich anfangs kaum auf den Beinen halten konnte und so klapperdĂŒrr, verfilzt, verlaust, furchtbar dreckig und voller Schmerzen war, er hat uns am Ende so unsagbar viel ĂŒber Leben, Liebe und Wertigkeiten gelehrt. Soviel, dass wir nun dasitzen und unendlich um ihn trauern und so sehr um ihn weinen. Aus Rexik wurde bei uns Franz. Er kam beim uns an und war zu Hause. Wie immer das möglich war: er war sogar stubenrein. Unser Tagesablauf beherrschte seine Versorgung und sein reduziertes Tempo. Nicht ein einziges Mal wurde es uns zuviel. Er hat es uns so leicht gemacht. Trotz vieler EinschrĂ€nkungen im Alltag. Das Vertrauen das er uns gegenbrachte und die tiefe Ruhe und WĂŒrde die er trotz seines geschundenen, verbrauchten Körpers ausstrahlte, haben aus jedem Tag mit ihm ein Geschenk gemacht. Franz hat sich so sehr ĂŒber streicheln und Zuwendung gefreut, dass er permanent in unserer NĂ€he sein wollte. So oft hat er mit der Pfote gestupst, wenn wir aufgehört haben ihn zu kraulen. Er war der sanftmĂŒtigste Hund den man sich vorstellen kann. Nicht ein einziges Mal reagierte er aggressiv. Seiner kleine Freundin und großen Lehrerin fĂŒrs Leben eines Familienhundes, unserer HĂŒndin Hannelore, ist er brav und neugierig auf Schritt und Tritt gefolgt. Niemand, der Franz gesehen hat, hat je einen negativen Kommentar abgegeben. Alle, wirklich alle Menschen waren von ihm beeindruckt und vielen hat der große, alte Hund ein LĂ€cheln ins Gesicht gezaubert. Wir sind glĂŒcklich und dankbar, dass er bei uns am Ende seines Lebens wenigstens eine kurze Zeit ein glĂŒcklicher, geliebter Hund sein konnte.

Wir vermissen ihn so furchtbar, unseren Seelenhund

Danke Franz!❀❀